Kidical Mass: Warum Familien für sicheres Radfahren demonstrieren
FAM BIKE engagiert sich in diversen Projekten, so auch bei Critical Mass München und Kidical Mass. Die Freunde aus Frankfurt waren am letzten Sonntag aktiv:
„Kinder sollen in Frankfurt angstfrei Rad fahren können.“ Mit dieser Forderung gehen Familien, Kinder und Fahrradaktivisten regelmäßig in Frankfurt auf die Straße. Bei der „Kidical Mass“ demonstrieren sie für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und bessere Bedingungen für den Radverkehr. An diesem Sonntag findet die inzwischen 20. Ausgabe der Familien-Fahrraddemo statt.
Hunderte Menschen werden dabei mit Fahrrädern durch die Frankfurter Innenstadt fahren. Kinder und Jugendliche sind ebenso dabei wie Eltern und Großeltern. Organisiert wird die Veranstaltung vom ehrenamtlichen „Kidical Mass“-Team Frankfurt, das die Demonstration seit mehreren Jahren mehrmals jährlich auf die Beine stellt.
Bildquelle: pixabay | cocoparisienne
Wie sicher ist der Straßenverkehr für Kinder?
Die Unfallzahlen zeigen, dass Kinder im Straßenverkehr weiterhin besonderen Risiken ausgesetzt sind. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde im vergangenen Jahr in Deutschland durchschnittlich etwa alle 18 Minuten ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt oder getötet. 2025 lag die Zahl der verunglückten Kinder zudem rund sieben Prozent höher als im Jahr zuvor.
Besonders häufig betroffen sind Kinder, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. Rund 34 Prozent der im Straßenverkehr verunglückten Kinder waren mit dem Fahrrad unterwegs. Gerade der tägliche Schulweg kann deshalb zu einer Herausforderung werden, wenn sichere Radwege und geschützte Verkehrsführungen fehlen.
Was steckt hinter der „Kidical Mass“?
Der Begriff „Kidical Mass“ ist eine Anlehnung an die sogenannte „Critical Mass“. Diese Fahrradbewegung entstand in den USA und verbreitete sich in den 1990er Jahren auch in Deutschland. Bei gemeinsamen Fahrten machen viele Radfahrer auf die Bedeutung des Fahrrads im Straßenverkehr aufmerksam.
Die „Kidical Mass“ verfolgt einen ähnlichen Ansatz, richtet sich aber besonders an Familien und Kinder. Anders als bei der ursprünglichen Critical Mass wird die Veranstaltung offiziell als politische Versammlung angemeldet.
In Frankfurt entstand die Initiative im Umfeld des Radentscheids. 2018 sammelte der Radentscheid Frankfurt knapp 40.000 Unterschriften für bessere Bedingungen für Radfahrer. Die „Kidical Mass“ entwickelte sich daraus zu einer regelmäßigen Veranstaltung, die heute meist dreimal im Jahr stattfindet.
Wer nimmt an der Fahrraddemo teil?
Bei den vergangenen Veranstaltungen waren laut den Organisatoren jeweils etwa 300 bis 500 Menschen dabei. Unterstützt wird das Frankfurter „Kidical-Mass“-Team unter anderem vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).
Das Besondere: Bei der Fahrraddemo stehen nicht sportliche Leistungen im Vordergrund. Teilnehmen können Familien mit Kindern ebenso wie Jugendliche, Eltern und Großeltern. Gemeinsam wollen sie zeigen, dass sich auch jüngere und weniger geübte Radfahrer sicher durch die Stadt bewegen können sollen.
Mehr Sicherheit und Sichtbarkeit für Radfahrer
Bevor sich der Fahrradkorso in Bewegung setzt, werden die Fahrräder gemeinsam geschmückt. Fähnchen, Transparente und Aufkleber sorgen für ein auffälliges und buntes Erscheinungsbild. Damit soll die Aufmerksamkeit auf die Anliegen der Teilnehmer gelenkt werden.
Das Motto lautet: „Auch uns gehört die Straße!“ Dahinter steht die Forderung nach einer Verkehrsinfrastruktur, die nicht nur Autofahrern gerecht wird. Besonders Kinder sollen sich sicher und selbstständig mit dem Fahrrad bewegen können.
Die Initiative Radentscheid FFM fordert deshalb ein flächendeckendes Netz sicherer und gut ausgebauter Fahrradwege in Frankfurt. Ziel ist es, dass Menschen jeden Alters mit dem Fahrrad sicher, schnell und ohne Angst unterwegs sein können.
Quelle: faz.net